Krankheitstagebuch: Wie oft war ich oder mein Kind eigentlich krank?
Symptome, Dauer und Verlauf sinnvoll festhalten – ohne jeden Schnupfen zum Verwaltungsprojekt zu machen. Ein Krankheitstagebuch gibt eine klarere Antwort als das eigene Gedächtnis.
Jil
Autorin

Schon wieder krank? War das nicht erst vor drei Wochen – oder war das beim anderen Kind? Oder war ich es selbst?
Gerade mit Kita- und Schulkindern verschwimmen Infekte schnell miteinander. Aber auch Erwachsene schleppen im Winter den einen oder anderen Infekt mit sich herum. Nach einigen Monaten weiß man oft nicht mehr:
- Wann war welches Kind krank?
- Wann war ich selbst krank?
- Wie lange hat es gedauert?
- Hatte es Fieber – oder ich?
- Welche Symptome gab es?
- War ein Arztbesuch nötig?
- Wie oft war das Kind diesen Winter tatsächlich krank?
- Wie oft war ich selbst krank?
„Wie oft war ich oder mein Kind eigentlich wirklich krank?“
Ein einfaches Krankheitstagebuch kann darauf eine wesentlich bessere Antwort geben als das eigene Gedächtnis. Es ist keine medizinische Akte und kein Zwang, jeden leichten Schnupfen zu notieren – sondern eine Organisations- und Erinnerungshilfe, die gut zu anderen Gesundheitsdaten der Familie passt.
Warum Kinder gefühlt ständig krank sind
Gerade Kita- und jüngere Schulkinder haben häufig Atemwegsinfekte. Das fühlt sich im Alltag oft dramatischer an, als es medizinisch ungewöhnlich ist: Mehrere Infekte pro Jahr können bei Kindern normal sein.
Auf kindergesundheit-info.de und gesund.bund.de findest du seriöse Informationen zu grippalen Infekten und Erkältungen. Wichtig: Aus der Häufigkeit allein sollte man nicht auf eine bestimmte Erkrankung oder ein „schwaches Immunsystem“ schließen. Die Einordnung gehört zur Kinderärztin oder zum Kinderarzt – nicht zum Familienkalender.
Was Eltern im Winter oft erleben, ist eher ein Gefühl von Dauerwelle: Kaum ist eines fit, hustet das nächste. Genau dann hilft eine kurze Dokumentation mehr als das vage „wir waren ständig krank“.
Und auch Erwachsene sind davon nicht ausgenommen: Wer beruflich viel Kontakt hat, kleine Kinder im Haus hat oder gerade erschöpft ist, erwischt ebenfalls regelmäßig Infekte. Ein Krankheitstagebuch gilt deshalb nicht nur für Kinder, sondern für die ganze Familie – Eltern, Großeltern und alle weiteren Angehörigen.
Was ist ein Krankheitstagebuch?
Ein Krankheitstagebuch ist eine einfache Übersicht, in der Beginn, Dauer, wichtige Symptome und gegebenenfalls Arztbesuche einer Erkrankung dokumentiert werden.
Bei einem Kind reicht das oft schon. Bei zwei oder drei Kindern wird es schnell unübersichtlich: Wer hatte wann Fieber? Wer war schon beim Arzt? Welcher Infekt hing länger? Und ganz genauso gilt das für Erwachsene – ob Mama, Papa oder Großeltern. Ein Tagebuch – ob auf Papier oder digital – trennt die Episoden und macht sie später wieder auffindbar.
Es ersetzt weder das Impfheft bzw. den STIKO-Kalender noch die Dokumentation von U-Untersuchungen oder Wachstum und Perzentilen. Es ergänzt sie um den Alltag der akuten Erkrankungen.
Was sollte man bei einer Erkrankung dokumentieren?
Weniger ist oft mehr. Die folgende Übersicht zeigt typische Angaben – als Orientierung, nicht als Pflichtprogramm:
| Information | Beispiel |
|---|---|
| Beginn | 12. November |
| Ende | 17. November |
| Erkrankung | Erkältung |
| Symptome | Schnupfen, Husten, Fieber |
| Dauer | 5 Tage |
| Arztbesuch | ja / nein |
| Diagnose | nur wenn ärztlich gestellt |
| Notiz | Husten hielt länger an |
Wichtig: Stelle keine eigenen Diagnosen. Bezeichnungen wie „Erkältung“ sind alltagsnahe Labels. Eine medizinische Diagnose gehört nur ins Tagebuch, wenn sie ärztlich gestellt wurde.
Nicht jede laufende Nase muss ins Krankheitstagebuch
Ein Krankheitstagebuch soll kein zusätzlicher Verwaltungsjob werden. Eltern haben genug zu tun, wenn das Kind fiebert, die Kita absagt und der Arbeitstag umgeplant werden muss.
„So viel wie hilfreich – so wenig wie nötig.“
Sinnvoll können insbesondere sein:
- Beginn
- wichtigste Symptome
- Dauer
- Arztbesuche
- besondere Verläufe
- Ende bzw. deutliche Besserung
Ein eintägiger Schnupfen ohne Fieber muss nicht zwingend dokumentiert werden. Eine mehrtägige Phase mit Fieber, Arztbesuch oder ungewöhnlich langem Husten schon eher – vor allem, wenn du später nachvollziehen willst, was wann war.
Kind krank: Wie viele Tage dürfen Eltern zu Hause bleiben?
Stand: September 2026
Wenn das Kind krank ist und betreut werden muss, geht es in Deutschland oft um Kinderkrankentage bzw. Kinderkrankengeld – nicht um die eigene Krankschreibung der Eltern.
Nach Angaben des Bundesministeriums für Gesundheit und des Familienportals des Bundes gelten (Stand September 2026) unter den gesetzlichen Voraussetzungen unter anderem diese Orientierungswerte:
- 15 Arbeitstage pro Kind und Elternteil
- 30 Arbeitstage pro Kind für Alleinerziehende
- bei mehreren Kindern maximal 35 Arbeitstage pro Elternteil
- bei mehreren Kindern maximal 70 Arbeitstage für Alleinerziehende
Die genauen Voraussetzungen (Versicherung, Alter des Kindes, ärztliche Bescheinigung und mehr) solltest du immer an den aktuellen offiziellen Angaben und bei Bedarf bei der Krankenkasse prüfen. Gesetze und Sonderregelungen können sich ändern – deshalb der klare Stand-Hinweis.
Brauche ich bei „Kind krank“ ein Attest?
Für Kinderkrankengeld wird grundsätzlich eine ärztliche Bescheinigung benötigt. Das ist nicht dasselbe wie die Krankmeldung, wenn du selbst erkrankt bist.
Pauschale Sätze wie „drei Tage geht es ohne Attest“ sind hier irreführend, weil sie oft die eigene Krankheit des Elternteils mit Kinderkrankentagen vermischen. Kläre im Zweifel mit Arbeitgeber und Krankenkasse, welche Nachweise für eure Situation nötig sind.
Und wenn Mama oder Papa selbst krank wird?
Oft beginnt der Infekt beim Kind – und wenige Tage später liegt Mama oder Papa selbst flach. Wenn Eltern selbst arbeitsunfähig sind, handelt es sich nicht um Kinderkrankentage, sondern um die eigene Arbeitsunfähigkeit.
Es gibt keine feste maximale Zahl eigener Krankheitstage pro Jahr. Bei eigener Krankheit besteht unter den gesetzlichen Voraussetzungen grundsätzlich Anspruch auf Entgeltfortzahlung für bis zu sechs Wochen wegen derselben Erkrankung (§ 3 Entgeltfortzahlungsgesetz).
Zur Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung: Grundsätzlich muss die Arbeitsunfähigkeit bei einer Dauer von mehr als drei Kalendertagen spätestens am darauffolgenden Arbeitstag ärztlich nachgewiesen bzw. festgestellt sein. Der Arbeitgeber kann die ärztliche Feststellung aber auch bereits ab dem ersten Tag verlangen (§ 5 Entgeltfortzahlungsgesetz).
Bei gesetzlich Versicherten läuft der Nachweis häufig über die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU). Auch hier gilt: Dieser Artikel ist eine Orientierungshilfe, kein Rechtsberatungstext.
Bei mehreren Familienmitgliedern verliert man schnell den Überblick
Ein typischer Wochenverlauf im Winter – Kinder und Erwachsene:
Einige Wochen später bleibt oft nur das Gefühl: „Wir waren irgendwie den ganzen Winter krank.“ Mit einer zeitlichen Übersicht sieht man dagegen, was tatsächlich passiert ist – vier getrennte Episoden statt einer endlosen Dauerwelle.
Genau diese Übersicht passt gut zu einer digitalen Familienchronik bzw. einem Familientagebuch: Gesundheit und Alltag gehören zusammen, ohne dass alles medizinisch bewertet werden muss.
Krankheitstage in STEMP dokumentieren
In STEMP lässt sich das Krankheitstagebuch einem Familienmitglied zuordnen. Erkrankungen können über die Zeit dokumentiert und später wiedergefunden werden – so wie im App-Bereich „Krankheitstagebuch“ sichtbar.
Die zentralen Bereiche der Funktion:
Aktuelle Krankheit
Laufende Erkrankung dem Familienmitglied zuordnen und im Blick behalten.
Beginn und Zeitraum
Startdatum und Dauer festhalten – später siehst du, wie lange es wirklich gedauert hat.
Symptome
Wichtige Beschwerden wie Nase, Hals oder Kopf markieren – ohne Diagnose zu stellen.
Kalender und Verlauf
Kalenderansicht und Statistik helfen, Muster über Wochen und Monate zu erkennen.
Vergangene Krankheiten
Abgeschlossene Episoden bleiben auffindbar – ohne Zettelchaos.
STEMP stellt keine Diagnosen und ersetzt keine Ärztin oder keinen Arzt. Die App dokumentiert Informationen zur privaten Organisation – sie bewertet sie nicht medizinisch.
Besonders wichtig: STEMP ist nicht nur für Kinder gedacht. Wenn Familienmitglieder angelegt sind, können auch Mama, Papa und andere ihre Krankheitstage dokumentieren. So entsteht eine Übersicht für die ganze Familie – passend zu Terminen und Vorsorge und den übrigen Gesundheitsbereichen.
Ein Jahr später weißt du mehr als „wir waren ständig krank“
Ohne Dokumentation
„Wir waren diesen Winter irgendwie ständig krank.“
Mit Dokumentation
„Zwischen Oktober und Februar waren es vier Infekte – bei Kind und mir.“
Genau darin liegt der Nutzen: Nicht jede Erkrankung muss wichtig sein – aber wenn man später etwas wissen möchte, muss man sich nicht nur auf die Erinnerung verlassen. Ein Krankheitstagebuch ist eine Organisations- und Erinnerungsfunktion, kein Krankenarchiv-Zwang.
Zusammen mit Fotos, Meilensteinen und dem digitalen Familienalbum entsteht so über Jahre ein realistisches Bild vom Familienalltag – inklusive der Winter, in denen wirklich viel los war.
Fazit
Kinderkrankheiten fühlen sich im Moment endlos an. Ein knappes Krankheitstagebuch macht aus dem Gefühl eine nachvollziehbare Übersicht: Wer, wann, wie lange, welche Symptome, ob ein Arztbesuch nötig war. Ohne Diagnose-Spiel und ohne Druck, jeden Schnupfen zu erfassen.
STEMP. Das Wichtigste. Jahr für Jahr.
Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und Organisation im Familienalltag. Er ersetzt keine medizinische oder rechtliche Beratung. Für Gesundheitsthemen wende dich an Ärztinnen und Ärzte; für Ansprüche und Nachweise an Krankenkasse und Arbeitgeber. Quellen u. a. kindergesundheit-info.de, gesund.bund.de, Bundesministerium für Gesundheit, Familienportal und gesetze-im-internet.de (Stand der Rechtsangaben: September 2026).
Gesundheit im Familienalltag übersichtlich festhalten
Krankheitstage, Vorsorge, Wachstum, Erinnerungen und wichtige Familienmomente an einem Ort – Jahr für Jahr.
STEMP. Das Wichtigste. Jahr für Jahr.
Häufige Fragen
Was ist ein Krankheitstagebuch?+
Ein Krankheitstagebuch ist eine einfache Übersicht, in der Beginn, Dauer, wichtige Symptome und gegebenenfalls Arztbesuche einer Erkrankung dokumentiert werden. Es hilft, später nachzuvollziehen, wann und wie lange man selbst oder ein Kind krank war – ohne sich nur auf die Erinnerung zu verlassen. Es eignet sich für die ganze Familie, also auch für Erwachsene.
Was sollte ich bei einer Erkrankung dokumentieren?+
Sinnvoll sind vor allem Beginn, Ende bzw. deutliche Besserung, die wichtigsten Symptome, die Dauer und ob ein Arztbesuch nötig war. Das gilt für Kinder wie für Erwachsene. Eine ärztliche Diagnose gehört nur hinein, wenn sie wirklich gestellt wurde. Du musst nicht jeden leichten Schnupfen erfassen.
Wie oft sind Kinder normalerweise krank?+
Gerade Kita- und jüngere Schulkinder haben häufig Atemwegsinfekte. Mehrere Infekte pro Jahr können normal sein. Aus der Häufigkeit allein sollte man nicht auf ein schwaches Immunsystem schließen. Orientierung bieten unter anderem kindergesundheit-info.de und gesund.bund.de.
Wie viele Kinderkrankentage gibt es 2026?+
Stand September 2026 gelten in Deutschland grundsätzlich 15 Arbeitstage Kinderkrankengeld pro Kind und Elternteil bzw. 30 Arbeitstage für Alleinerziehende. Bei mehreren Kindern sind es maximal 35 Arbeitstage pro Elternteil und maximal 70 für Alleinerziehende. Maßgeblich sind die aktuellen Angaben des Bundesministeriums für Gesundheit und des Familienportals.
Brauche ich bei Kind krank ein Attest?+
Für Kinderkrankengeld wird grundsätzlich eine ärztliche Bescheinigung benötigt. Das ist etwas anderes als die eigene Krankschreibung eines Elternteils. Ob und ab wann der Arbeitgeber bei Abwesenheit wegen eines kranken Kindes Nachweise verlangt, kann zusätzlich von betrieblichen Regelungen abhängen.
Wann brauche ich selbst eine Krankschreibung?+
Wenn du selbst arbeitsunfähig bist, geht es um deine eigene Arbeitsunfähigkeit – nicht um Kinderkrankentage. Grundsätzlich muss die Arbeitsunfähigkeit bei einer Dauer von mehr als drei Kalendertagen spätestens am darauffolgenden Arbeitstag ärztlich festgestellt sein; der Arbeitgeber kann die Feststellung aber auch früher verlangen. Bei gesetzlich Versicherten läuft das oft über die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU).
Kann ich Krankheitstage auch für Mama oder Papa dokumentieren?+
Ja. In STEMP lässt sich das Krankheitstagebuch Familienmitgliedern zuordnen – also auch Erwachsenen. So entsteht über die Zeit eine Übersicht für die ganze Familie, nicht nur für die Kinder.
Kann ich Krankheiten in STEMP festhalten?+
Ja. In STEMP kannst du Erkrankungen einem Familienmitglied zuordnen – auch dir selbst oder anderen Erwachsenen – und Beginn, Dauer, Symptome, Kalender- und Verlaufsansicht sowie vergangene Krankheiten dokumentieren. STEMP stellt keine Diagnosen und ersetzt keine Ärztin oder keinen Arzt.
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